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INNEN VS. AUSSEN – WARUM DAS VERHALTEN DEINES HUNDES OFT NICHT DAS EIGENTLICHE PROBLEM IST

 

Viele Menschen suchen nach Antworten, wenn ihr Hund plötzlich Verhalten zeigt, das sie nicht einordnen können.

Aggression beim Hund, starke Ängstlichkeit, Stress oder Rückzug verunsichern – und oft bleibt die Frage:

Warum verhält sich mein Hund so?

 

Er flippt an der Leine aus.

Oder zieht sich immer mehr zurück.

Oder wirkt dauerhaft angespannt und unruhig.

Was wir sehen, passiert im Aussen.

 

Doch das, was den Hund bewegt, entsteht fast immer im Innen.

 

 

WAS BEDEUTET INNEN VS. AUSSEN BEIM HUND?

Mit Aussen ist das sichtbare Verhalten gemeint:

  • Bellen, Knurren, Ziehen
  • Aggression gegenüber Menschen oder Hunden
  • Rückzug, Erstarren oder Übersprungshandlungen

Das Innen beschreibt die inneren Zustände des Hundes:

  • Angst und Stress
  • Überforderung oder innere Spannung
  • verlorenes Sicherheits- oder Bindungserleben

Das äussere Verhalten ist oft kein Problem an sich, SONDERN EIN AUSDRUCK DESSEN, WAS INNERLICH KEINEN ANDEREN WEG FINDET.

 

 

WARUM ZEIGT MEIN HUND PLÖTZLICH AGGRESSIVES ODER AUFFÄLLIGES VERHALTEN? 

Diese Frage ist verständlich – und wichtig. Ja, Verhalten darf sich verändern. Aber die entscheidende Frage ist: Wie? Wenn wir nur am Aussen ansetzen, versuchen wir häufig:

  • zu manipulieren 
  • abzulenken
  • zu kontrollieren 
  • „drüber zu trainieren“

Das kann kurzfristig funktionieren. Langfristig aber wird das, was im Innen ungelöst bleibt, irgendwann wieder auftauchen – oft in einer anderen Form.

Nicht, weil der Hund „nicht will“. Sondern weil er nicht kann.

 

 

MACHT MEIN HUND IM AUSSEN VIEL, WEIL IM INNEN ZU VIEL LOS IST?

Sehr häufig: ja.

 

Hunde, die aggressiv reagieren oder stark eskalieren, sind innerlich oft nicht mehr in der Lage zu unterscheiden:

  • zwischen Gefahr und Nicht-Gefahr
  • zwischen Vergangenheit und Gegenwart
  • zwischen innerer Spannung und äusserer Situation

 Hier setzt ein zentraler Aspekt der Hundepsychotherapie an: Differenzierung. 

 

In der Differenzierung kann sich das, was innerlich feststeckt – Angst, Wut, Verzweiflung, Stress oder verlorenes Bindungserleben – neu sortieren.

So entsteht eine neutrale innere Ebene, auf der dein Hund nicht mehr im Alarm ist, sondern wieder in Kontakt mit sich selbst kommt.

 

Erst auf dieser inneren Ebene wird Veränderung möglich – nicht durch Korrektur, sondern durch Verstehen.

 

 

WENN HUNDE IM AUSSEN RUHIG SIND, ABER INNERLICH UNTER STRESS STEHEN.

Auch das kommt häufig vor – und wird oft übersehen.

 

Manche Hunde wirken angepasst, ruhig oder „brav“.

Sie fallen kaum auf, funktionieren im Alltag – und stehen innerlich dennoch unter Spannung.

 

Diese Hunde: 

  • orientieren sich stark im Aussen
  • verlieren den Kontakt zu ihren eigenen Bedürfnissen
  • tragen Stress, ohne ihn zeigen zu dürfen

 Auch hier fehlt Differenzierung – nicht nach aussen, sondern nach innen.

 

 

WAS BEDEUTET DAS FÜR DICH ALS MENSCH UND HALTER:IN?

Du musst deinen Hund nicht kontrollieren. Und du musst ihn auch nicht „im Griff haben“.

 

Aber du darfst lernen, ihn zu lesen:

  • Wie fühlt sich dein Hund ohne Trigger an?
  • Wie verändert sich sein Zustand unter Stress?
  • Kann er sich regulieren – oder bleibt er im Alarm?

Diese Fragen verschieben den Fokus:

weg vom „Was macht er?“  hin zum „Wie geht es deinem Hund dabei?“

 

 

INNEN VS. AUSSEN IST KEINE METHODE, SONDERN EINE HALTUNG

Eine Haltung, die Hunde nicht auf ihr Verhalten reduziert, sondern sie als fühlende, reagierende soziale Wesen ernst nimmt.

 

 

 

ÜBER NICOLE – PERSÖNLICH & KLAR

Nicole Brinkmann arbeitet seit über 20 Jahren mit Hunden, die laut werden, sich verlieren oder scheinbar nicht mehr erreichbar sind - mit Hunden, die im Alltag schwierig sind. 

In ihrer Arbeit verbindet sie Hundepsychotherapie, körperorientierte Ansätze und Beziehungsarbeit. Ziel ist es, innere Zustände zu verstehen, zu differenzieren und dem Hund wieder Zugang zu sich selbst zu ermöglichen.


Die Haltung aus ihrem Buch „Nähe & Distanz in der Hundeerziehung“ prägt unser Verständnis und unsere Arbeit bei Pinu’u Dog.

 

Wir freuen uns besonders, dass Nicole ihre Seminare auch persönlich bei uns in der Schweiz, in Graubünden anbietet - für alle, die Hundekommunikation nicht nur verstehen, sondern im Alltag wirklich leben möchten.